…forever we‘re doomed

Über die alten Eichen fällt ein wenig Sonnenlicht auf den Schulhof. Hinter den brüchigen Ästen zeichnen sich tiefhängende, helle Wolken ab und ein kühler Wind weht von den Weiden herüber, die zu dieser Jahreszeit ausschließlich aus nasser Erde und einzelnen Grasbüscheln zu bestehen scheinen.
Von dem nahen Autobahnzubringer kann man von Zeit zu Zeit das hydraulische Schnaufen bremsender Lastkraftwagen hören. Der schwere, süßliche Duft der Abgase ist auch diesseits der Eichen zu vernehmen, frisst sich durch die Atemwege und betäubt den Mund. Berauschendes Bendschawi, oh du Weihrauch aus Java.
Eine Schaukel, wie es sie auf den tausenden vergessenen Spielplätzen der Bundesrepublik gibt, mit Hundescheisse auf dem ungemähten Rasen und Katzenscheisse im Sand, steht da zwischen Eichen und Bushäuschen. Errichtet, der kindliche Energie und ihrer Sublimation wegen. In der Schaukel sitzt Dennis. Wenn er in der Pause schon den Klassenraum verlassen muss, dann will er wenigstens sitzen. Regungslos verfolgt er, wie sich die Tür öffnet, aus der jetzt die Schüler auf den Pausenhof quellen. Notfalls wird er seinen Sitzplatz mit seinen Händen verteidigen müssen. Es wäre nicht das erste Mal.


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